Pflanzaktion m Ostritzer Stadtwald im September 2025 u.a. mit Kindern und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Ostritz © Michael Schlitt

Pflanzaktion im Ostritzer Stadtwald im April 2025 © Tim Heidelk

Ostritz

Der Ostritzer Stadtwald befindet sich westlich der Stadt Ostritz und bietet auf etwa 35 Hektar ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlichsten Waldbeständen. Große Teile der ehemals durch Nadelforsten (Fichte, Kiefer) dominerten Flächen befinden sich bereits im Wandel hin zu strukturreichen Mischwäldern. Einige Fichtenbestände wurden in den vergangenen Jahren durch Trockenheit, Sturm und Borkenkäferbefall stark geschädigt und hinterließen mehrere Freiflächen im Stadtwald. Hier konnte sich über die Zeit bereits ein gewisses Maß an Naturverjüngung etablieren, die jedoch aufgrund von Wildverbiss und der starken Konkurrenzvegetation (Brombeere, Himbeere, Kletten-Labkraut, Brennnessel) nur sehr schwer an Raum gewinnt.

Der Prozess der natürlichen Sukzession hin zu geschlossenem Wald vollzieht sich auf diesen Flächen also nur sehr langsam. Um diesen zu unterstützen und etwas zu beschleunigen, wurden beginnend im April 2024 verschiedene Pflanzaktionen im Rahmen der Initiative durchgeführt und gleichzeitig die Errichtung von Wildschutzzäunen sowie die kontinuierliche Pflege (Freischnitt) der Flächen realisiert. Insgesamt konnten bereits 2.330 Bäume/Sträucher gepflanzt werden, von denen sich etwa 85 % erfolgreich etabliert haben und nun gemeinsam mit der Naturverjüngung zu ökologisch wertvollen Mischwäldern heranwachsen. Gepflanzt wurden Spitz-Ahorn, Berg-Ahorn, Feld-Ahorn, Flatter-Ulme, Stiel-Eiche, Trauben-Eiche, Winter-Linde, Esskastanie, Wild-Birne, Schwarz-Kiefer und Weißtanne.

Gemeinsam mit den angrenzenden Privat- und Kirchenwaldflächen sowie dem Knorrberg ist der Stadtwald ein wichtiger Naherholungsort für die angrenzenden Gemeinden Ostritz und Dittersbach. Eine Besonderheit im Ostritzer Stadtwald bildet der Stadtwaldbruch am Steinberg, der in der Vergangenheit zum Abbau von Basalt genutzt wurde. Mittlerweile sind die dortigen Säulenwände als Naturdenkmal geschützt und bieten einer Vielzahl an Arten einen besonderen Lebensraum.

Pflanzaktion im November 2024 im Hirschgrund © Lisa Janke

Diese Fläche in Ostritz wurde konventionell mit Erlen und Ulmen aufgeforstet und mit einem Wildverbissschutz aus Holz versehen. © Dr. Michael Schlitt

Naturwald Hirschgrund in Ostritz

Unmittelbar nördlich von Ostritz, gelegen am Lauf des Steinbaches, befindet sich der Hirschgrund – ein kleines Waldgebiet, das sich durch zahlreiche alte Bäume, ein merklich kühles Waldinnenklima und diverse Totholzstrukturen auszeichnet. Dieser natürliche Charakter wird allerdings immer wieder durch künstlich begründete Fichtenbestände unterbrochen, die sich aufgrund ihrer Unangepasstheit an den dortigen Standort in Kombination mit den bekannten abiotischen und biotischen Schadfaktoren vielfach im Zusammenbruch befinden, oder bereits Freiflächen hinterlassen haben. Ähnlich wie im Ostritzer Stadtwald sind diese Flächen durch einen sehr starken krautigen Bewuchs gekennzeichnet, der eine Wiederbewaldung ohne aktive Maßnahmen sehr erschwert.

Sich an den standörtlichen Gegebenheiten orientierend, wurde im Rahmen der Initiative bereits im November 2024 eine kleine Fläche mit Schwarz-Erle und Flatter-Ulme bepflanzt, die gemeinsam mit der vorhandenen Naturverjüngung aus Esche, Hasel, Eiche und Pappel die nächste Waldgeneration bilden sollen. Im Verlauf des Projektes sind zwei weitere Pflanzaktionen im Hirschgrund geplant, sodass die Waldentwicklung im Gebiet in Summe durch die Pflanzung, den Schutz und die Pflege von 2.850 Bäumen/Sträuchern unterstützt wird.

Die Waldflächen sind Eigentum der Oberlausitz-Stiftung, die langfristig die Entwicklung eines Naturwaldes im Gebiet des Hirschgrunds anstrebt. Nach der initialen Unterstützung der Waldentwicklung durch die Initiative Oberlausitzer Zukunftswald wird der Wald aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen und der natürlichen Entwicklung überlassen. Weitere Informationen zum „Naturwald im Hirschgrund“ unter:

Stand: August 2026